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Von Das FaxTelecom-Team

Kupfer-Glas-Migration: Faxinfrastruktur im Unternehmen planen

Für ein Unternehmen ist das Fax kein einzelnes Gerät, sondern ein Bestand aus Anschlüssen, Nummern, Telefonanlage und Faxserver. Ein Leitfaden in sechs Schritten, vom Inventar bis zur IT-Checkliste.

Kurz gesagt: In einer Organisation betrifft der Abschied vom Kupfer nicht „das Faxgerät“, sondern eine ganze Infrastruktur: Geräte, Rufnummern, analoge Ports der Telefonanlage, oft einen Faxserver und Fachanwendungen, die im Hintergrund faxen. In Deutschland läuft das Festnetz der Telekom bereits über IP; als Nächstes steht der Ersatz der Kupferleitungen durch Glasfaser an, Gebiet für Gebiet und mit Genehmigung der Bundesnetzagentur. Wer jetzt plant, migriert in Ruhe: inventarisieren, zwischen T.38 und G.711 wählen, die Zielarchitektur festlegen, Standorte koordinieren, einen Notfallplan aufstellen, testen. Für gelegentliche Sendungen nimmt ein Webdienst wie FaxTelecom einen Teil der Geräte ganz aus der Rechnung.

FaxTelecom versendet Faxe aus dem Browser an Festnetzanschlüsse in sieben Ländern: Deutschland, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Kanada. Der Dienst vergibt keine Rufnummern und empfängt keine Faxe – er deckt den Versand ab, nicht den Empfang. Die Angaben zu Netzbetreibern und Behörden stützen sich auf deren öffentliche Mitteilungen; den Stand für jeden Ihrer Standorte erfahren Sie bei Ihrem Anbieter.

Warum das Fax ein eigenes Projekt braucht

Die erste Etappe liegt hinter uns: Die Telekom hat ihre Anschlüsse auf IP umgestellt, ISDN und klassische Analoganschlüsse gibt es dort nicht mehr. Viele Unternehmen haben damals ihre ISDN-Telefonanlage mit einem Gateway weiterbetrieben, statt die Faxwege neu zu denken. Die zweite Etappe, die Kupfer-Glas-Migration, rührt nun an die Leitung selbst. Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es kein bundesweit einheitliches Abschaltdatum: Die Telekom muss die Stilllegung für ein Gebiet beantragen, und die Behörde will dafür sorgen, dass Kundinnen und Kunden adressgenau und mit ausreichendem Vorlauf informiert werden. Wettbewerber wie Vodafone fordern einen verbindlicheren Fahrplan.

Für eine Firma mit mehreren Standorten bedeutet das zweierlei: Die Standorte werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten umgestellt, und jede Umstellung ist eine Gelegenheit, dass ein Faxweg still kaputtgeht. Denn bei der Faxübertragung verständigen sich zwei Modems nach dem Protokoll T.30 – ein Austausch, den Sprachkompression und Paketverluste leicht aus dem Takt bringen. Unser Ratgeber zur Kupfer-Abschaltung erklärt den Mechanismus, die Seite So funktioniert ein Fax den Ablauf der Übertragung.

Schritt 1: den Bestand erfassen

Migrieren lässt sich nur, was bekannt ist. Gehen Sie Räume, Verkabelungspläne und die Konfiguration der Telefonanlage durch und notieren Sie zu jedem Element, ob es sendet, empfängt oder beides. An dieser Unterscheidung hängt alles Weitere.

Was erfassenWas notierenTypische Falle
Einzelne FaxgeräteModell, Standort, Rufnummer, Seiten pro MonatGerät im Technikraum oder Bereitschaftszimmer vergessen
Multifunktionsgeräte mit FaxmodulFirmware, Höchstgeschwindigkeit, ECM-EinstellungModul aktiv, Nummer steht noch im Briefkopf
FaxnummernAnbieter, Anschlussart, wo die Nummer veröffentlicht istGekündigte Nummer auf Formularen und Website
Analoge Ports (a/b, FXS) der TelefonanlageWelches Gerät an welchem Port hängtPort teilt sich die Leitung mit dem Alarmwählgerät
FaxserverSoftware, ISDN- oder Modemkarten (CAPI), Anbindung an E-MailHardwarekarte ohne IP-Gegenstück
Anwendungen, die faxenERP, Praxis- und Apothekensoftware, SpeditionssystemeAutomatischer Versand, dessen Weg niemand kennt
Weitere Technik am KupferAlarmanlagen, Aufzugsnotruf, Kartenterminals, FernwartungAufzugsnotruf hängt an derselben Leitung

Notieren Sie außerdem die Stellen, die Ihnen regelmäßig faxen: Sie müssen Sie informieren, falls sich eine Nummer ändert.

Schritt 2: den Transport wählen – T.38 oder G.711

Über IP gibt es zwei Wege, ein Fax zu transportieren. Die Wahl hängt vom SIP-Anbieter ebenso ab wie von Ihrer Hardware.

KriteriumG.711 im PassthroughT.38
PrinzipDer Modemton wird unkomprimiert mit 64 kbit/s übertragenDas Gerät demoduliert das Fax und sendet die Daten in eigenen Paketen (UDPTL)
VerlusttoleranzGering: ein kurzer Paketverlust bricht die Seite abHöher, dank redundanter Pakete
VoraussetzungenSprachpausenerkennung und Kompression aus, fester Jitter-PufferUnterstützung auf dem ganzen Weg: ATA oder Gateway, Telefonanlage, Anbieter
EinsatzBeherrschtes lokales Netz, Anbieter ohne T.38Lange Strecken, mehrere Standorte, Faxserver am SIP-Trunk

In beiden Fällen sollten Sie die Geräte auf 14.400 bit/s (V.17) begrenzen und V.34 meiden, das über IP schlecht funktioniert. Testen Sie die Fehlerkorrektur (ECM) einmal ein- und einmal ausgeschaltet: Je nach Gerätekette liefert die eine oder andere Einstellung bessere Ergebnisse. Das Fax-Glossar erklärt die Begriffe.

Schritt 3: die Zielarchitektur festlegen

Die eine richtige Lösung gibt es nicht. Die meisten Organisationen kombinieren zwei oder drei Bausteine:

  • Ein ATA pro Gerät. Er verbindet ein vorhandenes Faxgerät mit einem SIP-Anschluss. Günstig bei wenigen Geräten, sofern das Modell T.38 beherrscht und überall gleich konfiguriert ist.
  • Das Gateway der IP-Telefonanlage oder des SBC. Die verbliebenen analogen Ports laufen über die Anlage, die T.38 zum Anbieter abwickelt. Ein Konfigurationspunkt, aber eine starke Abhängigkeit von diesem Gerät.
  • Ein Faxserver am SIP-Trunk. Er ersetzt ISDN- und Modemkarten, stellt eingehende Faxe ins Postfach und versendet direkt aus dem ERP. Der Weg für große Mengen und automatisierte Abläufe.
  • Ein gehostetes Fax (Fax-to-Mail). Die Nummer wird zu einem Anbieter portiert und hängt nicht mehr an einer Leitung. Passend für seit Jahren veröffentlichte Empfangsnummern; Optionen dazu finden Sie unter Faxe empfangen.
  • Ein Webdienst für den Versand. Für gelegentliche Sendungen von jedem Arbeitsplatz genügt FaxTelecom: ein PDF bis 100 MB, ohne Konto und ohne Software. Kosten: 0 € für ein einseitiges Dokument, ab der zweiten Seite pauschal 3,99 € inkl. MwSt., auch bei 40 Seiten, plus 2,99 € inkl. MwSt., wenn Sie die PDF-Bestätigungen hinzubuchen.

Zählen Sie vor der Entscheidung, wie viele Nummern tatsächlich empfangen. Oft ersetzen eine zentrale Empfangsnummer und ein gemeinsames Versandwerkzeug ein Dutzend Geräte. Für Einzelplätze und kleine Büros beschreibt unser Artikel Faxen ohne Faxgerät den Weg über den Router.

Schritt 4: mehrere Standorte koordinieren

Bei mehreren Standorten wird der Umstellungstermin zum größten Risiko. Ein paar Regeln helfen:

  • eine Tabelle pro Adresse führen und bei jeder Mitteilung des Anbieters aktualisieren;
  • ein ATA-Modell und eine Konfigurationsdatei standardisieren, damit sich jeder Standort gleich verhält;
  • den Empfang auf einem Server oder einer gehosteten Nummer bündeln und vorhandene Nummern portieren, statt neue zu vergeben;
  • einen Pilotstandort zuerst umstellen und als Referenz nutzen;
  • Mobilfunk-Backups (LTE, 5G) nicht als Faxweg einplanen: Dort bleibt die Übertragung unzuverlässig.

Schritt 5: den Betrieb absichern

Die Kupferleitung hatte einen unauffälligen Vorteil: Sie wurde aus der Vermittlungsstelle mit Strom versorgt. Bei Glasfaser brauchen Glasfasermodem, Router und ATA Strom vor Ort. Eine USV für diese Geräte verhindert, dass ein Stromausfall auch das Fax lahmlegt.

Schreiben Sie einen kurzen Notfallplan: Wer tut was, wenn eine dringende Sendung scheitert? Welcher Ersatzweg gilt – Webversand, beA für die Kanzlei, KIM für die Arztpraxis, das Portal des Empfängers? Wer informiert die Gegenstellen? Beobachten Sie danach die Fehlerquote in den Protokollen des Servers oder der Adapter: Ein plötzlicher Anstieg deutet oft auf eine geänderte Einstellung beim Anbieter hin. Was Sendeberichte belegen, erläutert unser Artikel zum Nachweis einer Faxübertragung; für sensible Daten fasst der Leitfaden zur Faxsicherheit zusammen, was das Protokoll schützt und was nicht.

Musterzeitplan

ZeitpunktMaßnahmen
Erste Ankündigung des AnbietersBestandsaufnahme, Wahl der Architektur, Budget
Sechs Monate vorherHardware bestellen, Portierung beantragen, Pilotstandort
Drei Monate vorherStandardkonfiguration ausrollen, Teams informieren
Wenige Wochen vorherAbschlusstests, Nachricht an regelmäßige Gegenstellen
Tag der UmstellungJeden Platz prüfen, mehrseitiges Testfax senden
Einen Monat danachFehler auswerten, nachjustieren, Altgeräte abbauen

IT-Checkliste

  • Vollständiges Inventar aller Geräte, Nummern, analogen Ports, Server und faxenden Anwendungen.
  • Für jede Nummer: Senden, Empfangen oder beides.
  • Schriftliche Bestätigung des SIP-Anbieters zu T.38, ersatzweise zu unkomprimiertem G.711.
  • Geschwindigkeit auf 14.400 bit/s begrenzt, ECM in beiden Stellungen getestet.
  • Einheitliches ATA-Modell und einheitliche Konfiguration an allen Standorten.
  • Rufnummernportierung vor dem Umstellungstermin beantragt.
  • USV für Glasfasermodem, Router und Adapter.
  • Schriftlicher Notfallplan und einsatzbereiter Ersatzweg für den Versand.
  • Drei Testsendungen pro Standort, davon eine mehrseitige (ein sauber vorbereitetes PDF hilft).
  • Regelmäßige Gegenstellen über geänderte Nummern informiert.

Fazit

Die Kupfer-Glas-Migration ist für das Fax eine Infrastrukturmigration wie jede andere: Inventar, Transportwahl, Architektur, Zeitplan pro Standort, Notfallplan. Empfangsnummern verdienen besondere Sorgfalt, meist mit einem gehosteten Dienst oder einem Faxserver am SIP-Trunk. Der gelegentliche Versand braucht dagegen keine Hardware mehr: Ein Browser und ein PDF genügen. Welche Länder erreichbar sind, zeigt die Seite Ziele.

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