Faxbegriffe erklärt

Vierzehn Fachwörter, vom Rufton bis zum Sendebericht.

ITU-T-Normen mit kryptischen Namen, Signale, die nur unter ihren Abkürzungen bekannt sind, Leitungseinstellungen: Das Faxen hat seinen eigenen Fachjargon. Hier finden Sie vierzehn Begriffe, die Ihnen in einem Gerätehandbuch, auf einem Fehlerbericht oder im Gespräch mit Ihrem Telefonanbieter begegnen, jeweils in wenigen Zeilen erklärt.

Gruppe 3 (G3)
Die Normenfamilie hinter dem modernen Fax seit 1980: digitale Übertragung einer Seite über eine gewöhnliche Telefonleitung in weniger als einer Minute. Die analogen Gruppen 1 und 2 sind verschwunden; Gruppe 4, für ISDN entwickelt, hat sich nie durchgesetzt.
T.30
ITU-T-Empfehlung, die den Anruf steuert: Eröffnungstöne, Austausch der Fähigkeiten, Leitungstest, Bestätigung jeder Seite und Verbindungsabbau. Gewissermaßen das Gesprächsprotokoll zwischen zwei Faxgeräten.
T.4 und T.6
Die Empfehlungen zur Bildcodierung. T.4 beschreibt die Abtastung sowie die Kompressionsverfahren MH (Zeile für Zeile) und MR (Differenz zur vorherigen Zeile); T.6 ergänzt das effizientere MMR, das G3-Geräte zusammen mit ECM nutzen.
T.38
Das Fax-over-IP-Protokoll: Ein Gateway wandelt das Modemsignal in Daten um, schickt sie in Paketen und baut am anderen Ende wieder ein Faxsignal auf. Unverzichtbar, damit ein Faxgerät hinter einem Router zuverlässig funktioniert.
ECM (Fehlerkorrekturmodus)
Die Seite wird in nummerierte Blöcke aufgeteilt; der Empfänger meldet, welche beschädigt ankamen, und nur diese werden erneut gesendet. Langsamer auf einer schlechten Leitung, dafür ohne Streifen oder fehlende Zeilen.
DIS und DCS
Die beiden zentralen Rahmen der Aushandlung. Mit DIS (Digital Identification Signal) listet das angerufene Gerät auf, was es kann; mit DCS (Digital Command Signal) teilt der Anrufer die gewählten Einstellungen für den weiteren Verlauf mit.
CNG und CED
Die Eröffnungstöne eines Faxanrufs. CNG (1.100 Hz, ein Piepton alle drei Sekunden) kennzeichnet ein anrufendes Gerät; CED (2.100 Hz, Dauerton) die Antwort eines Faxgeräts. Mit ihrer Hilfe kann eine Telefonanlage einen Anruf zum Fax weiterleiten.
V.29, V.17, V.34
Die Modulationsverfahren, die die Seite transportieren: 9.600 bit/s bei V.29, 14.400 bei V.17, bis zu 33.600 bei V.34 (sogenannte „Super G3“-Geräte). Je höher das Tempo, desto sauberer muss die Leitung sein.
Standard-, Fein- und Superfeinauflösung
Drei vertikale Dichten bei gleicher Breite von 1.728 Punkten pro Zeile: etwa 98, 196 und 391 Zeilen pro Zoll. Der Feinmodus ist der vernünftige Kompromiss für Kleingedrucktes; Superfein dient vor allem für Zeichnungen und detailreiche Unterschriften.
PSTN (öffentliches Telefonnetz)
Das leitungsvermittelte Telefonnetz, historisch auf Kupfer gebaut, in dem das Fax entstand. Europäische Netzbetreiber bauen es zugunsten von Glasfaser und Voice over IP zurück, weshalb Faxgeräte über ein Gateway laufen müssen.
G.711
Der unkomprimierte Audiocodec der digitalen Telefonie (64 kbit/s). Steht T.38 nicht zur Verfügung, klappt ein Fax über IP in G.711 oft, vorausgesetzt, das Netz verliert kaum Pakete.
TSI und CSI
Die Kennungen, die zwei Faxgeräte zu Beginn eines Anrufs austauschen: TSI für den Sender, CSI für den Empfänger. Meist handelt es sich um die Faxnummer; sie erscheinen im Display des Geräts und auf dem Sendebericht.
Sendebericht
Die Zusammenfassung, die der Sender am Ende des Anrufs erstellt: gewählte Nummer, Datum, Uhrzeit, Dauer, Seitenzahl und Ergebnis. Wurden alle Seiten vom Empfänger bestätigt, belegt er die erfolgreiche Zustellung.
Deckblatt
Die Seite ganz vorn im Fax: wer sendet, an wen, worum es geht und wie viele Seiten folgen. So kann das empfangende Sekretariat das Dokument weiterleiten, ohne es vollständig zu lesen.